Streichen nach Auszug durch Mieter? Ihre Pflichten beim Auszug.

Welche Pflichten haben Sie als Mieter beim Auszug, besteht die Verpflichtung zur Renovierung oder Streichen der Wohnung beim Auszug

Was ist wie wo geregelt bei der Wohnungsrückgabe Übergabeprotokoll:

Wenn Mieter aus der Wohnung ausziehen haben Sie sich an die Vereinbarungen im Mietvertrag halten.

Eine besondere Klausel die gerne von erfahrenen Vermietern in den Mietvertrag aufgenommen wird, ist die Klausel über die Schönheitsreparaturen.

Was sind den nun Schönheitsreparaturen? Werden diese nicht im Mietvertrag erwähnt dazu zählen:

  • Tapezieren oder Streichen von Decken und Wänden
  • Streichen der Türen
  • Streichen der Heizkörper mit Heizungsrohren
  • Streichen der Fenster von innen

Sind Mieter verpflichtet diese Sachen selbst zu erledigen oder die Kosten dafür zu tragen?

Nicht automatisch, Der Vermieter kann diese Verpflichtung auf die Mieter in einer Klausel im Mietvertrag auf den Mieter umlegen.

Denn In Wirklichkeit sind Schönheitsreparaturen Problem des Vermieters (§ 538 BGB)

Der Vermieter kann somit den Mieter mit einer entsprechenden Klausel im Mietvertrag an die Problematik der Schönheitsreparaturen rechtlich binden. Damit diese gültig ist, muss diese entsprechend formuliert sein.

Wird die zum Beispiel die Wohnung un-renoviert übergeben wird diese Klausel automatisch ungültig (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.03.2015, Az. VIII ZR 185/14).

Weiterhin ungültig ist diese Klausel über Schönheitsreparaturen wenn:

  • Wenn die Klausel festschreibt, dass der Mieter die Wohnung immer komplett zu renovieren hat (auch wenn er etwa nach einem halben Jahr auszieht).
  • Wenn darin festgehalten ist, dass der Mieter Fenster auch von außen streichen oder alle Tapeten abkratzen muss.

Übrigens: Bei ungültigen Schönheitsreparaturklauseln muss der Vermieter selbst ran.

Er hat weder das Recht, einen Mietzuschlag zu erheben noch eine Änderung des Vertrags zu fordern (BGH Az: VIII ZR 118/07 und Bundesgerichtshof, Urteil vom 09.07.2008, Az. VIII ZR 181/07).
Ist die Schönheitsreparaturklausel gültig dann müssen die Mieter zum Pinsel greifen.

In jedem Fall ist es Pflicht des Mieters alle Einbauten zu entfernen, ob Regal oder Küche.In vielen Fällen einigen sich allerdings Mieter und Vermieter beziehungsweise der nächste Mieter darauf, dass eine Einbauküche in der Wohnung verbleibt.

 

Sanierungen sind fast immer Vermietersache!

Doch was ist mit Schäden am Fußböden oder zerstörten Fliesenfugen im Bad?
Grundsätzlich gilt:
Der Mieter ist nicht für Reparaturen an der Mietsache zuständig.
Arbeiten, die über Malern und Tapezieren hinausgehen, übernimmt der Vermieter. Dazu gehören zum Beispiel das Ausbessern des Fußbodens oder von Fliesenfugen im Badezimmer.
Alle Ausbesserungsarbeiten außerhalb der Wohnung – zum Beispiel an der Fassade oder am Balkon müssen ebenfalls vom Vermieter durchgeführt werden. Nicht selten sind dafür auch spezielle Dienstleister erforderlich, die die Fassade ausbessern. Derartige Arbeiten sind einem Mietern auch nicht zumutbar.

 
Dies gilt jedoch nur wenn der Mieter den Schaden nicht selbst verursacht hat.

 

Handelt der Mieter grob fahrlässig und verursacht Schäden beispielsweise Weinflecken auf einem Teppich oder an der Fassade, Brandlöcher im Teppich etc.

Der Vermieter hat dann das Recht den Mieter an den Kosten zur Beseitigung zu beteiligen.

Handelt es sich jedoch um normale Verschleißerscheinungen ist dies nicht Sache des Mieters.
Wenn der Mieter selbst einen Fußboden verlegen lässt, kann der Vermieter von Ihm verlangen diesen wieder zu entfernen.
Was ist sonst noch zu beachten?
Ein Auszug ist immer mit einer Reihe von Formalitäten verbunden. Mieter sollten in dieser Hinsicht nichts überstürzen und sich Zeit lassen

Beim Umzug ist es ratsam sich um ein Fahrzeug zu kümmern oder ein professionelles Umzugsunternehmen, zu beauftragen.

Sie sollten die Wohnung in der Regel „besenrein“ hinterlassen. Das beinhaltet vor allem das Saugen und Kehren von Böden und die Entfernung grober Verunreinigungen.

Übergabeprotokoll:

Sie sollten als Mieter einzelne Punkte genau durchgehen, bevor sie unterschreiben.
Schlüsselübergabe: Sie müssen dem Vermieter sämtliche Schlüssel zurückgeben. Für verlorene Schlüssel kann Ersatz gefordert werden – in manchen Fällen kann dies sogar bis hin zum Austausch des betreffenden Schlosses gehen.
Mieter sollten bei ihrem Auszug auch immer bedenken, dass der Vermieter ihre Kaution noch besitzt.

Er ist zwar verpflichtet, diese zurückzugeben, allerdings erst, nachdem er eventuelle Ansprüche geprüft hat. Dafür steht ihm eine angemessene Frist zur Verfügung. Es ist also riskant, die Kaution auf die alte Wohnung in den aktuellen Haushaltsplan zu übernehmen.

Ein friedlicher Auszug hat viele Vorteile
So sollten sich Vermieter und Mieter nicht streiten, denn es könnte sein dass man den gerichtlichen Weg geht und dies kann deutliche Mehrkosten und Aufwand verursachen. Deshalbempfiehltes miteinander (z.B. sich … versöhnen)für beide Seiten.
In dieser Hinsicht sollten Sie dem Vermieter entgegenkommen und die Kaution können Sie für die nächste Wohnung sicherlich gut gebrauchen.

Kommentar verfassen